Episode 29 Warum wir uns in anderen spiegeln müssen, um zu wissen, wer wir sind – Spiegel Teil 1

Die nächsten drei Podcast Folgen beschäftigen sich mit dem Thema Der Mensch als Spiegel aus verschiedenen Perspektiven. Die erste Folge beleuchtet die psychologischen und entwicklungspsychologischen Aspekte. Die Folge nächste Woche nimmt dann die Gefahren des Spiegelns in den Focus. Die dritte Folge beschäftigt sich mit energetischen Manipulationen, die durch das Spiegeln möglich werden. (Als ich den Podcast aufnahm, hatte ich nur zwei Episoden geplant, aber mit wurde klar, dass ich für dieses große Thema drei Folgen Zeit brauche 😉)

Bin ich richtig?

Wir Menschen brauchen einander. Ohne dass es uns klar ist, handeln wir oft noch wie „Herdentiere“. Der Halt einer Gruppe gibt Schutz und Wärme. Er bewahrt uns vor Isolation und Einsamkeit. Deshalb vergleichen wir uns auch so häufig mit anderen und stellen uns mehr oder weniger bewusst die Frage: „Passe ich dazu?“ Wir suchen auch eine Antwort auf die Frage: „Bin ich richtig?“ Wir spiegeln uns sozusagen in den anderen auf der Suche nach einem Bezugsrahmen, um unsere Position in unserem Umfeld zu bestimmen.

Spiegeln und die kindliche Entwicklung

Schon für die gesunde Entwicklung eines Säuglings ist es essenziell, wenn seine engsten Bezugspersonen es spiegeln. Man mag zwar darüber Schmunzeln, wenn die Erwachsenen mit Baby Sprache brebeln und die Schnütchen ihres Kindes nachmachen. Für das Baby ist es wichtig. Es weiß noch nicht, dass es ein eigenständiger Mensch, ein von der Mutter getrennter Organismus ist. Es muss für die Entwicklung von Urvertrauen erleben, dass man sich recht unmittelbar um seine Belange kümmert und seine Mimik spiegelt. Dieses Spiegeln des Kindes geschieht übrigens unmittelbar und intuitiv – wir denken darüber nicht nach – und es wird ermöglicht durch die Spiegelneurone, die hinter unserer Stirn sitzen.

Eine Mutter spiegelt ihr Kind

Bild: Canva

Spiegelneurone

Sie wurden erstmals 1995 durch Zufall entdeckt. Man wollte herausfinden, welche Gehirnareale bei Menschenaffen aktiv sind, wenn diese gewisse Handlungen ausüben. Als einer der verkabelten Affen eine Nuss knackte und ein anderer dabei zuschaute, stellte man erstaunt fest, dass bei dem Affen, der lediglich zuschaute, die gleichen Hirnareale aktiv waren, wie bei dem Affen, der selbst die Nuss knackte. Die Spiegelneurone waren entdeckt und damit auch ein wesentlicher Schlüssel, wie Lernen am Modell oder durch Nachahmung funktioniert.

Die Spiegelneurone sind der Schlüssel für Empathie & Mitgefühl. Wer kennt das nicht, das Gegenüber gähnt und man kann gar nicht anders, als auch zu gähnen. Auf der Straße lächelt Dich ein Passant an und Du lächelst unmittelbar zurück. Das ist das „normale“ Verhalten. Allerdings kann man willentlich das Zurücklächeln auch unterdrücken. Nicht zu Spiegeln machen sich z.B. psychopathische Menschen, die ja bekanntlich wenig bis kein Mitgefühl mit anderen Menschen haben. Sie sind aber durchaus dazu im Stande, wenn man sie auffordert, bewusst zu spiegeln, und dann werden auch die Spiegelneurone aktiviert, die vorher kaum „ansprangen“. Durch die Nachahmung der Emotion eines anderen Menschen fühlen wir, was er in diesem Moment fühlt. Wir sind dann in der Lage, Trost zu spenden und adäquat zu reagieren. Wenn euer kleines Kind euch also zum ersten Mal tröstet, wenn ihr traurig seid, dann wisst ihr, seine Spiegelneurone beginnen sich zu entwickeln.

Gegenseitiges Spiegeln im Gespräch

In einem vertrauensvollen und harmonischen Gespräch spiegeln sich die Gesprächspartner in einem stetigen Wechselspiel. Der eine schlägt das Bein über, der andere tut es ihm nach. Einer lehnt sich zurück, der andere folgt kurz darauf. In Kommunikations- und Verkaufstrainings wird das Spiegeln oft bewusst als Mittel für Vertrauensaufbau trainiert. Man beobachtet dann sehr bewusst seinen Gesprächspartner und spiegelt dann willentlich und absichtsvoll. Hierbei nähern wir uns bereits der Grenze zur Manipulation eines anderen Menschen, wenn ich diesen Effekt einsetze, um jemanden dazu zu bringen, das zu tun, was ich von ihm möchte.

Ausblick

Wenn das Spiegeln also so essenziell für die Entwicklung eines Kindes ist. Wenn es das Zusammenleben in der Gesellschaft ist regelt, dann liegt es auf der Hand, dass dabei auch einiges schief gehen kann. Das Verlangen eines Menschen, sich in anderen zu spiegeln, macht ihn auch sehr verletzlich. Mit der Manipulation durch andere Menschen und durch uns feindlich gesinnte Energie-Wesen beschäftigen sich die nächsten beiden Podcast Folgen.

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Britta Trachsel
Diplom Psychologin und Seelen-Berufungscoach

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