Episode 40 Wohlbefinden trotz sich ständig wandelnder Zeiten – Kathrin Sohst im Interview

Die Welt ist ständig im Wandel. Früher gab es subjektiv mehr Kontinuität. Was heute war, schien auch für morgen zu gelten. Jetzt kommt uns vieles unsicher vor. Gewohnte haltgebende Routinen brechen durch den Lockdown weg. Viele Menschen haben Existenz- und Gesundheitsängste. Wie bleibt man unter solchen Voraussetzungen in Balance?

Dazu tausche ich mich mit meinem Interviewgast Kathrin Sohst aus. Kathrin ist Coach, Autorin, Kursleiterin für Waldbaden & Achtsamkeit in der Natur, angehende klinische Waldtherapeutin und Texterin. Spezialisiert hat sie sich auf natürliche Stressprävention, Waldtherapie und Waldbaden, Achtsamkeit sowie Sensibilität.

Sie hat das Jahresprogramm „Sensibel in Balance“ entwickelt um Menschen zu unterstützen, zurück in ihr Wohlbefinden und ihre Balance zu kommen. Die Gemeinschaft der Teilnehmer hilft, sich bei der Umsetzung zu motivieren und zu unterstützen.

Kathrin ist überzeugt: Wir alle haben mehr als genug Ressourcen für eine gesunde Selbstfürsorge. Wir wissen so viel wie nie. Die Schwierigkeit liegt darin, es für sich umzusetzen und immer wieder zu hinterfragen: „Was brauche ich jetzt?“ und diese Dinge dann zu integrieren.

Wenn sich alles wandelt und auch Du Dich jeden Tag anders fühlst, warum sollte Dir immer das Gleiche helfen? Wie kannst Du so gut mit Dir selbst und Deinen Ressourcen in Kontakt sein, um gar nicht mehr in Stress- und Druckspiralen zu geraten?

Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit

Die Selbstwahrnehmung ist also entscheidend und das lehrt uns auch die Corona Lockdown Situation. Ablenkung im Außen ist kaum mehr möglich. Weder Ersatzbefriedigung durch shoppen, noch die Genussrituale beim Essengehen oder der Gruppensport. Zurück geworfen auf sich selbst stellt sich viel intensiver als sonst die Frage: „Was nährt mich wirklich?“ „Wie kann ich mir selbst Gutes tun?“ Um das zu spüren, benötigt es einen intensiven Kontakt mit Dir selbst. Der Weg von Achtsamkeit und Spiritualität helfen dabei, zurück in die Wahrnehmung und die Beobachtungsfähigkeit zu kommen.

Umgang mit Emotionen

Ein großer Schwerpunkt unseres Gesprächs ist der Umgang mit Emotionen. Kathrin berichtet vom Konzept der Emo-Diversity. Die „Emotionale Diversität“ ist ein Konzept aus der neueren Emotionsforschung und besagt, dass Menschen die sehr viel unterschiedliches Fühlen, Positives und Negatives, psychisch und körperlich gesünder sind als Menschen, die wenig, flach und einseitig fühlen. (Weiterführende Informationen gibt es beispielsweise hier.)

Kathrin empfiehlt, im Umgang mit Gefühlen eine „es ist Okay-Haltung“ zu entwickeln. Mit dem zu Sein, was gerade ist und zu beobachten. Ein innerer Dialog könnte zum Beispiel so aussehen: „Ah, gerade fühle ich mich angespannt. Hm, das ist ja spannend. Ja, ich darf mich so fühlen. Es ist okay. Es darf sein, ich muss nichts ‚weg machen‘.“ Wenn Du ohne Bewertung eines Gefühls sein kannst, hat es die Chance, einfach nur durch Dich hindurch zu ziehen, abzufließen, sich zu verändern. Im nächsten Moment kann Dir dann eine schöne Erinnerung durch den Kopf gehen und Du fühlst Dich fröhlich und positiv gestimmt.

Wie wir gesellschaftlich mit Emotionen umgehen, zeigen unsere Begrüßungsfloskeln. Du kennst bestimmt einen solchen Dialog:

A: „Hi schon lange nicht mehr gesehen. Wie geht es Dir?“

B: „Schön Dich zu sehen. Mir geht es gut. Wie geht es Dir?

A: „Na immer so weiter. Was soll man machen…“

Viele Menschen gehen nicht mehr authentisch mit ihren Gefühlen um. Es herrscht ein Credo, man müsse sich immer gut fühlen und immer leistungsfähig sein.

Veränderungen geschehen, wenn wir etwas ändern. Vielleicht möchtest Du in einer sicheren Situation einmal testen, wie es ist, in einem solchen Gespräch nicht mit einer Floskel zu antworten, sondern zu Deinen echten Gefühlen zu stehen. (In einem Raum voller Hyänen sollte man sein Inneres natürlich nicht „zum Fraß vorwerfen“).

Die Bedeutung von Ritualen

Gerade im Wandel sind Rituale wichtig und Halt gebend. So wie es wichtig ist, flexibel auf die eigenen Bedürfnisse eingehen zu können, kann ein Ritual es erleichtern, sich dafür auch Zeit und Raum zu nehmen.
Ein Ritual ist wie ein eingebautes Innehalten, dass so zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dass Du Dir im Alltag immer wieder Atempausen verschaffst. Wie die Tasse Tee immer um 11 Uhr oder ein Vorlese-Ritual mit den Kindern. Wenn es dann mal nicht klappt, ist es kein Problem. Der Effekt der Entschleunigung und Entspannung tritt trotzdem schnell ein, wenn Du Dein Nervensystem „geeicht“ hast. Zum Beispiel: Wenn Du täglich zu einem Baum gehst und bei ihm kurz meditierst und es irgendwann nur noch wöchentlich schaffst, hast Du trotzdem sofort den entspannenden Effekt.

Dein ganz eigenes Wohlbefinden

Was ist es also, was Du jetzt brauchst, dass Du Dich komplett wohl in Dir selbst fühlst? Viel Freude, beim Spüren und Ausprobieren.

Weitere Informationen

Zu Kathrins Online Programm Sensibel in Balance.

Weiterbildung zum „Coach für natürliche Stressprävention und Achtsamkeit“ mit Kathrin.

Kathrins Bücher

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Britta Trachsel
Diplom Psychologin und Seelen-Berufungscoach

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