Episode 58 Schuldgefühle und Selbstvergebung

Kennst Du das Problem, dass es Dinge in Dir gibt, die Du Dir einfach nicht verzeihen kannst? Immer wieder ziehst Du Dich deshalb selbst vor Gericht. Verurteilst Dich. Übst harsche Selbstkritik.

Dieser Zustand kann extreme Not bedeuten und deshalb möchte ich in dieser Podcastepisode näher beleuchten, was Schuldgefühle anrichten können und wie man sich selbst vergibt. Dabei geht es um den Umgang mit übertriebenen Schuldgefühlen.

Schuld entsteht, wenn wir ein soziales, moralisches, juristisches oder selbst aufgestelltes Gesetz überschreiten. Dabei ist die Voraussetzung, dass wir dieses Gesetz auch als für uns verbindlich verinnerlicht haben. So erschrickt der eine zutiefst, wenn er aus Versehen über eine rote Ampel fährt und der andere fährt, ohne mit der Wimper zu zucken, absichtlich darüber, weil weit und breit niemand kommt.

Ob wir besonders anfällig sind, uns Vorwürfe zu machen, ist meist schon in unserer Kindheit begründet. Waren wir emotionalem oder körperlichen Missbrauch ausgeliefert, haben sich die Eltern getrennt – die Schuld suchen wir oft unbewusst bei uns selbst und entwickeln eine Art Schuld-DNA. Aber so extrem muss es gar nicht sein. Häufige Kritik, ein Gefühl, das wir nicht richtig sind, wie wir sind und es kann sich ein Schuldkomplex entwickeln.

Warum ist das Gefühl der Schuld so problematisch? Schuld bringt ein Gefühl des Getrenntseins mit sich. Sie impliziert, dass wir nicht gut genug sind. Nicht wert genug sind. Das wir durch eine Tat oder Entscheidung aus der Liebe gefallen sind und diese nicht mehr verdienen. Und neben Scham ist Schuld das meist verdrängte Gefühl und agiert aus dem Unbewussten selbstschädigend weiter.

Selten haben wir ein Problem mit „echter Schuld“, weil wir ein Gesetz gebrochen haben. Viel häufiger haben wir ein schlechtes Gewissen – die Vorstufe eines Schuldgefühls, weil wir gegen eigene Gesetze „verstoßen“ haben. „Ich muss meiner Familie immer und sofort helfen, wenn sie mich braucht.“ – so könnte ein inneres Gesetz lauten. „Und wenn ich das nicht tue, dann…“

Konstruktiver Umgang mit Schuldgefühlen

Wenn Du Dich schuldig fühlst, überprüfe, gegen welches innere Gesetz Du verstoßen hast und folge seiner Spur. Wer sagt eigentlich, dass es so ist? Wo ist es entstanden? Dient mit dieser Regel? Vor allem, wenn Du immer in den gleichen Situationen mit schlechtem Gewissen reagierst, liegt wahrscheinlich ein ungeschriebenes inneres Gebot dahinter. Allein, dass Du Deine Mechanismen durchschaust, wird schon etwas verändern.

Wenn Du Deine Ur-Ängste kennst, kannst Du Dich ebenso schneller aus der Schuld-verstrickung lösen. Hast Du Angst, Dich nicht mehr geliebt zu fühlen, wenn Du einen Fehler machst? Bist Du nur perfekt liebenswert? Hast Du Angst allein zu sein, wenn Du dem System nicht „gehorchst“ und für Dich sorgst? Hast Du Angst vor Verarmung und sagst deshalb bei Deinem Arbeitgeber zu allem Ja und Amen?

Oft fühlen wir uns schuldig, weil wir uns in eine Situation gebracht haben, die uns Angst macht. In der wir etwas verlieren könnten. Wenn Du durchschaut hast, dass Du mit dem immer gleichen uralten Muster der Angstvermeidung reagierst, kannst Du liebevoller mit Dir umgehen und löst Deine Angst-Versklavung auf, denn Dein Programm ist durchschaut.

Solltest Du wirklich mal „daneben gegriffen haben“, z.B. in dem Du jemanden ungerecht behandelt hast, überprüfe die Situation. Wie kam es dazu? Wie ging es Dir vorher? Warst Du überfordert und gestresst? Hast Du mit Absicht so reagiert? Auch Du bist nur ein Mensch und hast Deine Liebe und Güte verdient. Jeder ist mal am Limit und reagiert dann nicht mehr mit Bedacht. Ergründe liebevoll, wie es zu Deiner Reaktion kam und bleibe verständnisvoll mit Dir selbst. Und dann entschuldige Dich, erkläre Dich. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die Entschuldigungen nicht annehmen. Und vielleicht möchtest Du etwas zur Widergutmachung anbieten. Die meisten Menschen wollen das nicht und nehmen Entschuldigungen gerne an, aber wenn Du es für Dich brauchst, eine Art Wiedergutmachung zu leisten, bitte den Betroffenen darum, dies anzunehmen. Eine Kleinigkeit genügt völlig. Ein Frühstück, das Auto durch die Waschanlage zu fahren etc.

Wenn Du mal einen Fehler aufgrund von Unwissenheit machst, ist dies eine echte Lernherausforderung und kein Grund für Schuldgefühle. Du bist in einem neuen Projekt und hast etwas Wichtiges übersehen, weil Dir die Erfahrung fehlt? Glückwunsch – jetzt hast Du die Erfahrung!

In der nächsten Podcast Folge tauchen wir noch tiefer in das Thema ein. Ich werde eine Selbstvergebungs-Meditation sprechen, mit der Du mit Hilfe Deiner Seele und guten Energien aus dem Kreislauf nagender Schuldgefühle aussteigen kannst. Ich freue mich, wenn Du dann wieder mit dabei bist.

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Britta Trachsel
Diplom Psychologin und Seelen-Berufungscoach

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